Alicia im Latexgarten

Die Bundesgartenschau war für Alicia ein Pflichttermin, sonst konnte sie als Landschaftsarchitekturstudentin nicht mitreden. Das Motto dieser Bundesgartenschau „Sex im Garten“ sorgte dafür, dass von wesentlich jüngeren Leuten über die Gartenschau geredet wurde und das es dieses Mal sogar Wartelisten für die Eintrittskarten gab wie zu einer Fußballweltmeisterschaft.

Die großen Aushängeschilder waren eine „Spielwiese“, auf der man mehr oder weniger offen spielen konnte wie in jedem anderen Park abends auch, ein riesiger Phallus als Kletterturm – für Anfänger rauh und für Fortgeschrittene schleimig-rutschig und ein Gaygarten. Darin standen Denkmäler von Prominenten, die sich eh schon geoutet hatten – kein Aufreger. Besondere Aufmerksamkeit genossen die Themengärten, in denen der jeweiligen Fangemeinde wohlbekannte Fetisch- und Gartenkünstler die verschiedensten Obsessionen in die öffentliche Realität umsetzten. Einen Bondagegarten gab es nicht, das hatten die selbsternannten Fachleute als oberflächlich abgetan. Dafür stauten sich die Leute im Japanbondagegarten, der Steelbondagegarten war gut gefüllt, der Seilbondagegarten beschäftigte Ordner und Rettungskräfte mit Amateuren, die die ihren Partnern Schlingen um den Hals legen wollten und der Foliengarten trieb mit seinem Abfallberg Greenpeace in die Verzweiflung. Vor der Spielecke standen besorgte Anhänger verschiedenster Religionen und meinten, den Pädophilengarten ausgemacht zu haben, aber die Organisatoren Fetischgemeinde waren einig, so etwas nie zuzulassen.

Doch die höchste Aufmerksamkeit genoss der Latexgarten. Schon seine Exklusivität –Einlass für 20 Leute pro Tag, die Forderung nach einer Bewerbung mit Gesundheitszeugnis und leerem Allergiepass und der maßgeschneiderte Latexcatsuit, den man hinterher auch noch behalten durfte – sorgte für Aufmerksamkeit. Die Bilder von seinem Inneren heizten die Stimmung noch mehr an. Der Latexgarten war eine geschlossene Höhleninstallation mit seltsamsten Pflanzennachbildungen, die jedem Science-Fiction-Film als Kulisse dienen konnten. Eine große Menge von beweglichen Tentakeln jagte den Neugierigen schon auf den Bilder wohlige Schauer über den Rücken.

Alicia bewarb sich für den Latexgarten, weil sie darin ihre letzte eine Chance sah, eine Eintrittskarte für die Gartenschau zu bekommen. Sie kannte weder jemanden, der Latex trug noch hätte sie es vorher ausprobieren wollen. Doch dann kam eine Mail, an der sie erkannte, wie gut handverlesen die Besucher des Latexgarten wirklich waren: „Liebe Alicia, wir freuen uns, Dir einen Tag in unserer Anlage anbieten zu können. Deine Selbstauskunft hat zwar nicht erwähnt, dass Du eine Gasmaske besitzt, aber unsere Bewerbungsüberprüfung fand im Internet Spuren Deines Einkaufes. Damit bist Du für uns interessant und wir können Dir eine interessante und erregende Selbsterfahrung in unserem speziellen Reich der Latexlüste anbieten. Bitte fülle die Maßtabelle für den Catsuit aus, halte die Annahme vorerst gegen die Presse vertraulich und wähle einen der folgenden Terminvorschläge!“

Die Erfahrung mit der Atemreduktion war Alicias intimstes Geheimnis. Die Vorstellung, beim Verkehr keine Luft mehr zu bekommen und auf dem Höhepunkt ihrer Lust bewusstlos zu werden, erregte und ängstigte sie. Sie hatte die Maske zur Selbstbefriedigung gekauft, aber dann aus Angst vor einem Unfall nie benutzt. Sollten die Macher des Latexgartens ihr etwa die Erfüllung ihrer seltsamen Träume bieten?

Etwas zögernd hatte sie sich ein Maßband besorgt, ihre Maße in das Formular eingetragen und dann entschlossen zurückgemailt „Ja, ich will den nächsten freien Termin!“

Eine Woche später stand Alicia mit 19 anderen jungen Frauen im Foyer eines schwarzglänzenden Gebäudes und hörte den einführenden Worten einer Blondine in einem enganliegenden Ganzanzug hinter einem kleinen Pult zu:

„Im Latexgarten finden Sie zunächst Phantasiepflanzen aller Art. Sie sehen einfach nur gut aus. Solange Sie nichts anfassen, kann Ihnen gar nichts passieren. Doch einige der Pflanzen haben ein funktionierendes Innenleben. Für dieses Innenleben hat es eine Ideensammlung über Maschinen zur Erzeugung von Erregung gegeben. Dann haben Ingenieure die machbaren Ideen umgesetzt und Designer haben die Objekte mit Latex verkleidet. Sie dürfen die Objekte probieren, müssen aber natürlich nicht. Manche der Objekte haben eine elektronische Steuerung, hinter anderen sitzt ein Operator und sorgt für Ihr Wohlergehen. Zu Anfang funktionieren die Teile nur kurz und lassen gleich wieder los. Wenn Sie mehrfach benutzt werden, erkennen sie Zuspruch und steigern sich.

Warum tun wir das? Erstens wollen wir die Objekte testen und weiterentwickeln. Schließlich sollen sie irgendwann verkauft werden. Zweitens wollen wir, dass Sie erfahren, was Sie mögen und wo sie es bekommen. Die Fetischgemeinde hat ein Problem mit ihrem Männerüberschuss. Und drittens:… „ die junge Frau lächelte verträumt:“…sucht unser Hauptsponsor eine Frau, die technisches Spielzeug und Latex so liebt wie er. Wo soll er sie finden, wenn nicht hier. Damit dürfte auch klar sein, warum Sie alle hübsch, jung, attraktiv, ledig und neugierig auf Latex sind. Wir suchten genau Sie.

Also viel Spaß bei der Gartenbesichtigung! Und bitte daran denken: Was hier aussieht wie ein Phallus, fühlt sich auch an wie ein Phallus. Wenn Sie nicht wollen, dass es in Sie eindringt, sollten Sie eins der kleinen Schlösser nehmen, die Sie gleich neben den Catsuits sehen und einfach Ihren Schrittreißverschluss verschließen. Wer will, kann jetzt gehen, der Rest dreht sich bitte einmal um!“

Das Licht auf der Bühne ging aus. Im hinteren Teil des Raumes sah Alicia eine Reihe von Türen zu Umkleidekabinen, über der zweiten stand ihr Name. Vorsichtig schaute sie sich um, alle anderen gingen zielstrebig in ihre Kabinen. „Ich möchte nicht die einzige sein, die hier abhaut!“ dachte sich Alicia und schaute hinter die Tür. Auf einer kleinen Bank lagen ein halbdurchsichtiges schwarzglänzendes Objekt, ein kleines Schloss und ein Schild, auf dem stand: „Willkommen, Alicia! Ganz ausziehen, mich anziehen und wohlfühlen. Ich warte auf Dich! Der Latexgarten.“ Verlegen nahm sie den Anzug und ließ ihn an ihrem Körper herunterhängen. Er hatte ausgeformte Brüste, angeformte Handschuhe und sogar ein Extrafach für jede Zehe. Innen war ein weißes Pulver, das roch wie Babypuder. Wenigstens waren da weder ein Kragen noch eine Kopfhaube.

Alicias Neugier war geweckt. Das Anziehen des Latex ging viel leichter, als sie dachte. Der Anzug passte ihr exakt und genau im richtigen Augenblick kam die Ansagerin und fragte „Soll ich Dir den Reißverschluss verschließen?“ Der geschlossene Catsuit fühlte sich eigenartig an. Einerseits fühlte sich Alicia in dem halbdurchsichtigen Latex, unter dem sich ihre Brustwarzen und Fingernägel klar abzeichneten, nackt, andererseits aber fest eingehüllt und geborgen. „Cool, nicht? Ich mag Latexkleidung auch. Leider bin ich nicht die Auswählte und darf nicht noch einmal in den Garten.“ Dann deutete sie auf das Schloss und fragte“ Soll ich das einsetzen?“ Alicia erschrak über sich selbst, als sie schnell mit dem Kopf schüttelte. „Schön, dann hab ich ja wieder mal 20 Schlösser.“ Mit diesen Worten schickte sie die namenlose Frau im Latexcatsuit Alicia in den Garten.

Hinter einer unauffälligen schwarzen Tür wartete das Unerwartete. Der Latexgarten war ein Latexdschungel mit so vielen bunten Pflanzen, dass man die Decke und die Wände nicht sah. Glänzende Grüne und braune Farbtöne herrschten vor, aber auch Gelb und Blau waren zu sehen. Ein diffuses Licht machte den Raum größer und unübersehbar. Vielfältige Tierstimmen aus kleinen Lautsprechern woben einen Klangteppich, in den ein menschlicher Schrei oder Hilferuf bestimmt untergehen würde. Eine dicke warme Luft erschwerte das Atmen und an manchen Stellen kam aus kleinen Düsen ein künstlicher Nebel. Ein schmaler Pfad zeigte die Richtung, in der der Garten besichtigt werden wollte.

Alicia berührte einige der Pflanzen, sie fühlten sich genauso warm und feucht an wie der gesamte Garten. Von den hin und herschaukelnden Tentakeln, die vereinzelt von den Pflanzen hingen, hielt sie sich fern. Da sie augenscheinlich die letzte Besucherin war, die den Garten betreten hatte, wollte sie den Anschluss an die Gruppe – wenn es eine gab – nicht verlieren. Schon nach zehn Metern teilte sich der Pfad, Zwei Pfeile ließen ihr die Wahl zwischen „Rundgang“ und „Venusfliegenfalle“. Natürlich wollte sie sehen, was sie sich hier unter einer Venusfliegenfalle vorzustellen hatte. Die Antwort kam bald. Über dem Weg hing eine junge Frau in einem Kreis aus einem dicken schwarzen Material. Der Kreis war von einer, nein zwei Membranen aus Latex ausgefüllt, die ihren Körper einhüllten und sie zur Bewegungslosigkeit verdammten. Die Membrane hatte sich tief in den Mund der panisch zuckenden Frau gesaugt. Woher sie Luft bekommen sollte, war Alicia unklar. Neben der Frau hingen weitere Fallen von der Decke. Im geöffneten Zustand bestanden sie aus zwei verbundenen Ringen mit je einer Latexmembrane, die jeden Passanten bei Annäherung wie eine Zange greifen und auch einschließen würden.

Doch bevor Alicia etwas unternehmen konnte, senkte sich die Falle mit der Frau, öffnete sich laut zischend und ließ eine nach Luft ringende hustende Frau gekrümmt am Boden liegen. Die Frau kam langsam zur Besinnung, richtete sich mühsam auf und berührte dann die noch halbgeschlossene Falle an ihrem Ring. Erst jetzt sah Alicia die vier Bedienungsknöpfe, die mit „Mehr“ und „länger“ und logischerweise mit „weniger“ und „kürzer“ bezeichnet waren. Die Frau bemerkte ihre Beobachterin, murmelte in unverfälschtem Berlinerisch „Is det geil!“ und drückte auf „länger“ und „mehr“. Jetzt konnte sie in Ruhe beobachten, wie die Falle wartete, bis ihr Opfer zur Ruhe kam, sich dann schnell absenkte und zuschnappte. Laut zischend verschwand die Luft zwischen den Membranen. Doch dieses Mal hoben sich die Ringe nicht weiter, sondern schaukelten und drehten sich, bis ihr Opfer kopfüber zwischen den Membranen zuckte. Nach zwei Minuten lag wieder eine hustende, zuckende Frau im Latexcatsuit mit glücklichem Gesicht vor Alicia und flüsterte: „Geil“. Als sie wieder den „Länger“-Knopf drückte, fiel ein durchsichtiger Schlauch mit einem Knebel am Ende aus der Falle und blieb in Schulterhöhe hängen. Alicia brauchte nur kurz, um darin die vermissten Luftversorgung zu erkennen. Die junge Frau, die augenscheinlich wieder in dieses besondere Vakuumbett wollte, schimpfte laut über die Technik, bevor sie den Zweck des Schlauches begriff. Gleich nachdem der Gummiball in ihrem Mund verschwunden war, senkte sich die Falle wieder und schloss ihr williges Opfer bewegungsunfähig ein.

„Da will ich nicht rein“ dachte sich Alicia und wollte zum Hauptweg zurück. Jetzt wurde der Pfad leider von mindestens zehn Tentakeln versperrt, die drohend in ihre Richtung peitschten. „OK, die Falle kann nur stehende Leute greifen, weil sie sonst irgendwelche Körperteile abquetscht. Ich kann bestimmt unter ihr durchrobben.“

Vorsichtig schlich sich Alicia an die Fallen heran. Die besetzte Falle abgerechnet schaukelten immer noch drei Ringpaare an der Decke und warteten auf ihr nächstes Opfer. Man konnte sie nicht alle im Auge behalten. Daher kroch sie vor Angst schwitzend über den warmen, weichen, leicht klebrig feuchten Silikonboden. Doch nichts geschah. Erst fünf Meter weiter richtete sie sich wieder auf – und hatte den Aktionsradius der Hydraulik (oder Pneumatik??) unterschätzt. Mit blitzschnellen Bewegung griffen sie die beiden Ringe und klemmten sie ein. Der Rand der Ringe fühlte sich fest, aber elastisch an und verursachte keinen Schmerz. Ihr linker Fuß klemmte noch zwischen den Rändern und es blieb auch viel Platz zwischen den Membranen. Doch die Greifvorrichtung hob sie einfach an, schwenkte in die Waagerechte und öffnete leicht. Sofort rutschte sie in die Mitte, die Außenringe klappten zusammen und die Luft wurde zwischen den Membranen abgesaugt. Alicia war völlig bewegungsunfähig, die Membrane verschloss ihr Mund und Nase. Doch bevor sich richtig Panik ausbreiten konnte, erschien eine Stimme in ihrem Kopf und sagte „Venusfliegenfalle. Bondageobjekt von Kinky ingeneering. Falle öffnet in 30 Sekunden. 25. 20. 15 10.5….“ Zischend öffneten sich die Ringe und setzten Alicia geradezu sanft auf den weichen Boden. Dann zogen sie sich zurück und ließen das Bedienpaneel mit „Länger“ und „mehr“ genau in Augenhöhe vor ihr hängen. Einen zweiten Versuch, sie zu schnappen, machte das Objekt nicht. Nun ja, es war nicht Alicias Traum, aber definitiv nicht schlimm. Nach zehn Metern war sie wieder auf dem Hauptpfad und fand eine weitere Gabelung mit „Rundweg“ und „Spinnennetz“. Ihre Neugier war vorerst gestillt, das dürften Seilinstallationen sein – sicher eine fesselnde Erfahrung. Der Spinnengarten konnte heute auf jemand anderen warten.

Die nächste Abzweigung ließ ihr die Wahl zu einem „Brennnesselbeet“. Latex würde keine Brennnesseln durchlassen, also konnte sie sich dieses Gartenkunstobjekt ruhig ansehen. Nach dem nun schon üblichen engen Gang kam ein kleiner runder Platz mit einem schwarzen Quader, etwa einen Meter hoch, einen Meter lang und zwei Meter breit. Die Oberfläche war makellos glatt, kein Ritz unterbrach die Seitenwände. Der schwarze Körper wirkte in der Umgebung der chaotisch geformten und immer gerundeten Latexpflanzen fremd und beruhigend. Alicia berührte ihn vorsichtig mit der Hand – er hatte eine weiche, leicht nachgiebige Oberfläche. Nichts passierte. Etwas mutiger setzte sie sich auf den Quader – keine Reaktion. Der Form nach war das Objekt zum Liegen gedacht.

Auch im Liegen passierte zunächst nichts. Alicia fühlte lediglich ein leichtes Prickeln am Rücken. Doch als sie sich aufrichten wollte, spürte sie einen starken Druck auf ihre Schultern. Ganz sanft und kaum merklich hatten sich zwei armstarke Gummitentakel von oben um ihre Schultern geschoben und drückten sie unnachgiebig auf die Platte. Weitere Tentakel krochen über die Knie und die Sprunggelenke und übers Becken. So hatte sie zwar ihre Arme frei, ihre Fesselung erwies sich aber als völlig unnachgiebig. Und nachdem sie die Arme nach einer sinnlosen Kraftanstrengung resignierend auf die Platte sinken ließ, wurden auch diese fixiert. Dann erschienen von oben noch zwei Tentakel in ihrem Blickfeld. Sie hatten leise knisternde violett flackernde Glaskugeln am Ende und es roch kräftig nach Ozon. Zuerst berührten die Kugeln ihre Schultern. Es fühlte sich an wie eine Mischung aus einem leichten elektrischen Schlag und einer Brennnessel. Langsam wanderten die Kugeln an ihren wehrlosen Körper, berührten leicht aber schmerzhaft die Brüste, zogen den Bauch hinunter an den Oberschenkeln hinab und innen an den Leisten wieder hinauf. Hier verschwanden sie. Eine Minute lang verspürte Alicia das Brennen an willkürlich verteilten Stellen, dann zogen sich die Tentakel so leise und unmerklich zurück, wie sie erschienen waren.

Alicia blieb etwas auf dem Block liegen und spürte in ihren Körper hinein: Nichts brannte nach, nichts drückte. Das Gefühl, hilflos gebunden zu sein und dann berührt zu werden, hatte sie erregt und den Wunsch nach Wiederholung geweckt. Dann sah sie den Block noch einmal an. Er war unverändert glatt, warm und makellos. Nur an einer Stelle hatten die Finger ihrer rechten Hand kleine Abdrücke hinterlassen. Daran standen gut sichtbar „Länger“ und „Mehr“. Auf „Weniger“ und „Kürzer“ hatte der Konstrukteur verzichtet.

Sie legte sich wieder in Position und drückte einmal auf „Mehr“ und zweimal auf „Länger“, bevor sie die Augen schloss und versuchte, die Berührung der Tentakel zu erspüren. Diese kamen genauso sanft wie beim ersten Mal und drückten sie auf die weiche Unterlage. Dieses Mal kamen mindestens zwei Berührungen dazu. Ein dicker weicher Arm legte sich in Höhe der Ohren um ihren Kopf, verhinderte alle Bewegungen und verschloss ihr die Augen. Der zweite Arm rieb ihr nachdrücklich im Schritt umher und versuchte, hier einzudringen. Erst verspürte sie wieder ein sanftes großflächiges Kribbeln an den Beinen, dann erhielt sie in kurzer Folge leicht schmerzhafte Schläge an den Leisten und an den Brüsten. Auch wenn ihr nicht ganz klar war, wie der Strom durch den Latex kommen sollte – es funktionierte großartig. Nach einer Viertel Stunde wurde es für Alicia aber langweilig und die Schmerzen lästig, sie wünschte nur noch das Ende dieser Erfahrung. Sie hatte aber zweimal „länger gedrückt“ und musste noch eine geschätzte halbe Ewigkeit warten. Zum Schluss verzichtete die Technik auf alle Schläge und hielt sie nur noch fest. Das war dann schon wieder angenehm. Sollte die Steuerung wissen, wie sie sich fühlte??

Die nächste Attraktion im Latexgarten hieß „Schützenwiese“. Alicia hatte sich in den letzten Minuten des Brennnesselbeetes entschlossen, nun alles auszuprobieren. Die Schützenwiese war einem zehn Meter großer Platz, auf dem aus einen Meter hohen harten Grashalmnachbildungen ein Labyrinth aufgebaut war. Die schmalen Stäbe boten keinerlei Deckung, standen so weit zusammen, dass man nicht zwischen ihnen durchkam und waren zu hoch und zu spitz zum Überklettern. Am Rand wuchsen aus kleinen Podesten zwölf dicke Tentakel mit einem dicken Kolben am Ende und einem Loch. Alicia dachte noch über die Funktion der Tentakel nach, als sich der Kolben vor ihr langsam absenkte, bis das Loch auf ihren Oberschenkel zeigte und aus nächster Nähe eine kleine blaue Farbkugel abschoss. Autsch, das tat etwas weh. Sie drehte sich um und wollte ausweichen. Auch zehn andere Tentakel zeigten in ihre Richtung und schossen in langsamer Folge gelbe, rote und grüne Kugeln auf sie ab. Nur der Tentakel genau gegenüber stand senkrecht. Was sollte das? Wurde von ihr erwartet, dass sie dort hinging? Das Labyrinth war nicht sehr kompliziert, so dass sie schon nach einer halben Minute vor dem Ziel stand. Sofort hörte das Feuer auf. Dafür senkte sich jetzt der Kolben in ihre Richtung und nach 15 Sekunden begann der Beschuss. Der nächste stehende Tentakel war dieses Mal halb rechts. Das gleiche Spiel: Beim Erreichen hörte der Beschuss auf und ein anderes Ziel wurde vorgegeben.

Dieses Mal schaffte es Alicia, anzukommen, bevor sie den ersten Treffer abbekam. Das war schon etwas anstrengend. Alicia rannte immer schneller, die Schüsse wurden langsam härter und die Abstände bis zum Feuerbeginn kürzer – Die Installation jagte Alicia systematisch umher. Irgendwann stellte sich ein Gleichgewicht ein: Meist schaffte es Alicia gerade bis zum richtigen Tentakel und freute sich, nur selten bekam sie einen Treffer ab. Das Spiel machte jetzt regelrecht Spaß. Nach einer Viertelstunde hörte der Beschuss auf, ein Durchgang öffnete sich und daneben tauchte das bekannte Panel mit den Bedienknöpfen auf. Auf eine zweite Runde hatte sie keine Lust. Der Durchgang erwies sich als Sackgasse, viele kleine Düsen spritzten ihr die letzten Farbreste vom Latexcatsuit, bevor sie weitergehen durfte.

Der Latexgarten hatte die Wahl für Alicia an der nächsten Gabelung schon getroffen. Ein Schild kündigte das „Saurierei“ an, der Hauptweg wurde durch ein Netz aus Tentakeln versperrt. Nach einigen Schritten weitete sich der Weg zu einem Kessel von drei Metern Durchmesser. Im Zentrum stand ein prall flüssigkeitsgefülltes Ei mit einer Art Sattel darauf und lud zum Hinsetzen ein. Da sich der Dschungelpfad hinter ihr schloss, blieb Alicia auch nichts andres übrig. „Ei, nach einer Idee von Rob.“ sagte die Stimme in Alicias Kopf und fuhr fort:“ Ein dünner Tentakel wuchs hinten aus dem Sattel, wand sich um Alicias Taille und fixierte sie auf dem Ei. Dann hob sich ein zweiter Tentakel mit einer Insektenmaske vor Alicias Augen. Er war weich und ließ sich leicht vom Gesicht wegschieben, kam aber sofort wieder. Gleichzeitig erwachten einige kleine Finger unter ihren Beinen und reizten ihren Schritt. Alicia war durch die letzten Installationen von der Ungefährlichkeit des Sauriereies überzeugt und würde sogar ihren Schrittreißverschluss öffnen. Doch die Maske hatte keine Augenöffnungen, dafür einen Knebel. Und so weit, das zuzulassen, war sie definitiv noch nicht. Also schob sie die Maske immer wieder weg.

Plötzlich zog sich der Tentakel um ihre Taille kräftig zusammen. Instinktiv schob Alicia ihre Hände dazwischen, um den schmerzhaften Druck abzumildern. Sofort wurden ihre Finger eingeklemmt. Die Maske flog ihr blitzartig ins Gesicht und saugte sich dort fest. Panik ergriff Alicia, denn es war dunkel und sie bekam keine Luft. Als sie mit aller Kraft einatmete, drängte sich der Knebel zwischen ihre Kiefer und blies sich hinter ihre Zähnen auf. Erst dann bekam sie wieder Luft und vor ihren Augen wurde es etwas heller. Ihre Hände wurden jetzt freigegeben, doch die Maske saß unverrückbar auf dem Gesicht. Je mehr sie am Schlauch zog, desto höher wurde der Einatemwiderstand und sie gab die Gegenwehr bald auf.

Das Ei hatte sie unter Kontrolle. Schon bald fiel Alicia das Atmen wieder schwerer. Das fand sie sehr anregend, das Gefühl des Eingeschlossen seins und die Hitze brachten ihre Blut zum Wallen. Die fremden Finger erregten ihren Schritt und bald fand sie ihre eigenen Finger dazwischen. Alicia lernte schnell: Finger an die Maske- die Luft wird knapp. Finger am Schritt- es geht leichter. Als sie nach dem Zipper zwischen ihren Beinen suchte, hob der Tentakel sie leicht an, damit sie gut herankam. Beim Absetzen drang etwas Großes, Weiches in ihre Spalte ein. Kurz darauf wurde auch ihre hintere Öffnung ausgefüllt.

Nun begann das Ei mit Alicias Konditionierung: Ihre Perle und ihr G-Punkt wurden zärtlich stimuliert, gleichzeitig wurde ihr immer mehr von ihrem Atem geraubt. Kurz vor ihrem Höhepunkt hörten alle Berührungen auf, sie durfte sich erholen. So wurde sie eine halbe Stunde kurz vor ihrem Orgasmus gehalten. Irgendwann hörte alle Bewegung in Alicias Schritt auf und die Maske gab ihr verschwitztes Gesicht frei. Schweiß und andere Flüssigkeiten kamen auch zwischen ihren Beinen hervor. Dann sah sie ungläubig das Bedienpanel vor sich an. „Länger“ und „mehr“ leuchteten dreimal im Wechsel auf, ohne dass sie irgendeine Taste berührt hätte. Und das war gut so.

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