Artikel 13

Alle reden vom Artikel 13. Gut ist er nicht. Ob er besser ist als die 18 Jahre alte Rechtsgrundlage ist, weiß ich nicht. Uploadfilter werden die Vielfalt einschränken. Das ist schlecht.
Die andere Seite: Einige Besucher können mit werbefreien und kostenlosen Angeboten nicht umgehen und klauen selbst da, wo sie geschenkt bekommen. Wenn ich sehe, wie oft ich meine Videos auf xhamster, pornhub oder machsmirvonhinten.de auftauchen, bin ich sauer.

Die Bilder von mir, die chinesische Shops als angebliche Beispiele ihrer Produkte zeigen, sind ungezählt. Ebay hat zwar ein VeRo-Programm gegen Bilderklau, wird aber von den Chinesen nicht für voll genommen. Für eine Bearbeitung von Diebstählen aus China muss ich ebay erst mal meine Gewerbeanmeldung als Fotograf samt Handelsbilanz einreichen. So etwas habe ich nicht nicht, es wäre für mein bürgerliches Leben auch arg steuerschädlich. Aber es bleibt dabei: Wenn in einem chinesischen Shop mehr Bilder von Simon O., Libidex, Princess fatale, Demask und Bianca Beauchamps als chinesische Gesichter sind, dann ist der Shop unseriös. Der Fotograf von Princess fatale hat allerdings Beziehungen nach China und bekommt Shootingobjekte. Das wäre dann in Ordnung. Aber hat er für so viele Chinesen gearbeitet oder beklauen die sich auch gegenseitig?

Bei youtube finden sich immer wieder Videos meist von russischen Usern, die bei ganzen Fotoserien das Copyright entfernen, ein paar oft schöne Bildübergänge kreieren und ihren echt mega krassen Vor- und Abspann samt Logo und Namen hinterlassen. Youtube sperrt so etwas problemlos, wenn man sie drauf aufmerksam macht. Dann gibt es Geschimpfe wegen „das war Fanwork“ oder Werbung und ich sollte dafür bezahle. Ich schätze Kreativität und Vielfalt, auch wenn mir nicht alles gefällt, was mit meinen Bildern gemacht wird. Muss es auch nicht. Aber wer Copyright- Hinweise entfernt, der klaut. Und wer sie lässt, hat meinen Segen. Ein positives Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=BrbkHC_6tLc

Was sich echt positiv verändert hat, ist die Zitatkultur bei Instagram.  OK, es ist ein oberflächliches, kritikarmes und zeitfressendes Medium. Da gibt es reichlich Fanseiten und Bildersammler, aber sie verlinken und lassen Copyrights stehen.

Bei Facebook gibt es einige User, die Bilder von Alina oder Polina als „ihr“ Gesicht nutzen. Beschwerden bei Facebook nutzen nichts, den Amerikanern steht Vielfalt über Urheberrecht und der Datenschutz ist sattsam bekanntes Problem. Ich nutze es nicht mehr – weder dienstlich noch privat. Aber ich lasse die Seiten stehen, weil sonst bald jemand mit meinem Namen drinsteht.

Ein ganz besonders interessantes Konstrukt ist Pinterest. Laut Geschäftsmodell können Nutzer Bilder hochladen und sind selbst dafür verantwortlich. Wenn ich als Suche „catsuitmodel“ eingebe, finde ich komplette Serien meiner Seite ordentlich verlinkt mit Copyright im Ergebnis. Manchmal sind es sehr neue Bilder. Manchmal ist auch zur Model-Kartei verlinkt. Da ich nicht annehme, dass ein freundlicher Mensch 130.000 Bilder aus Verehrung zu meinen Bildern verlinkt, gehe ich davon aus, dass Pinterest ganze Webseiten ungefragt auf ihre Server saugt. Aber immerhin verlinkt man hier – Urheberrecht teilweise akzeptiert.

An der Stelle wünsche ich mir nicht einen europaweiten Artikel 13, sondern einen weltweit durchsetzbaren Urheberrechtsschutz. Es muss nicht gleich ein millionenschwerer Schadenersatz sein. Leichte und einheitliche Schnittstellen für die Beschwerden über Copyrightverletzungen und Sperren für Serientäter  würden für meine Interessen reichen. Uploadfilter sind überzogen. Sie sind leider die Quittung für jahrelangen hemmungslosen Diebstahl und so werden wir damit leben müssen. Ich sehe keine Alternative. Wir haben uns  daran gewöhnt, das Askismet neben dem Spam auch ab und zu gute Kommentare löscht und das im Spamfilter manchmal wichtige Mails hängen. Wir werden lernen, mit Uploadfiltern umzugehen. Die Ehrlichen dürften kein Problem haben und die anderen sind mir egal.

Die Alternative wäre ein personalisiertes Internet. Dann wäre jeder Post und jeder Upload zum Urheber verfolgbar und ich könnte diesen Artikel unterschreiben mit Dr. med. J.S., Rheumatologe in G. an der A. Jeder Patient von mir könnte meine Meinung zu Latex verfolgen und kommentieren und ich könnte meinerseits jeden Schmutzfink bei Jameda verklagen. Das wäre sicher auch niemandem Recht.

Die Vielfalt leidet, wenn die Ersteller von Filmen, Bildern, Videos und Texten ihren Lohn in Form von Geld, Beifall, Zuhörerschaft oder was immer sie suchen, nicht bekommen. Selbst das große Hollywood lebt vom Verkaufen. Wenn jemand alles klauen und unter eigenem Namen oder anonym veröffentlichen kann oder „leaker“ gefeiert werden, gibt es keine neuen Inhalte.

 

Nachtrag 24.3.19: Ich habe Flickr vergessen – bzw. nie für voll genommen – bis mir gestern jemand eine Seite eines Kevin Jenkins zeigte. Er hat beachtliche 28.027 Bilder zusammengetragen und sich dabei oft, aber nicht immer der Mühe unterzogen, die Urheberkennzeichnung wie zum Beispiel catsuitmodel.de zu entfernen.

Ein Beispiel steht links.

In dem Zusammenhang fiel mir auf, dass auch Bilder von Alexander Horn http://www.l-a-tex.de/ zu sehen sind, wo oben auf dem Streifen deutlich zu sehen ist: [FILE PASSED THROUGH SEALPOND.NET /SEALPOND.TUMBLR.COM – ABSOLUTE NO COPYRIGHT CLAIMED WHATSEVER]. Drunter steht das Logo von Alexander Horn. Es gibt also schon Uploadfilter im täglichen Betrieb. Und sie finden augenscheinlich nicht viel.

Ich lasse die Seite mal eine Woche stehen, bevor ich mir die Mühe mache, dem Mißbrauch-Knopf bei Flickr zu benutzen. Ich muß immerhin auf den ersten Blick über 500 meiner Bilder aufrufen, schauen, ob der Copyright-Hinweis entfernt wurde, dann Link aufs Formular, melden. Das ist mindestens eine Stunde Arbeit. Die würde ich lieber mit Bilder bearbeiten verbringen.

 

  9 Replies to “Artikel 13”

  1. Peter
    23. März 2019 at 21:31

    Und da sind sie wieder unser Probleme, wir haben ein Urheberrecht, was nicht mehr Zeitgemäß ist und wollen es durch eins ersetzen, was nicht handhabbar ist. Als Medienschaffender ist Schutz der eigen Arbeit richtig und wichtig, nur so wie es geplant ist wird es nicht funktionieren, die Großen können sich „freikaufen“ und die kleinen bringen nichts mehr an den Mann, weil durch Uploadfilter alles geblockt wird. Ich hoffe, das der Gesetzentwurf noch einmal gründlich überarbeite wird und eine Lösung zustande kommt die für alle tragbar ist.

  2. PeterP
    24. März 2019 at 3:33

    Was bringen denn europaweite Uploadfilter und Sperren für europäische Nutzer, wenn die, die klauen laut deinem Artikel vor allem auch aus China und Russland kommen? Genau, nichts.

    Das ist das Absurde an dem EU-Urheberrecht und insbesondere Artikel 13.

    Ich bin dafür das Kreativschaffende entlohnt werden und ihre Anerkennung erhalten, aber bei dem Urheberrecht geht es gar nicht mehr darum den kleinen/normalen Künstler zu entlohnen. Diese Gesetze werden für die ganz großen gemacht, Verlage, Verbände usw. Für dich wird sich mit dieser EU-Richtlinie nichts ändern.

    Es wird immer geklaut werden, das kann und wird man nie verhindern können. Wenn es um die Entlohnung geht, sollte eher ein steuer-basiertes Modell verfolgt werden, das würde vieles erleichtern und dem entgegenkommen wie die Leute heutzutage Medien konsumieren. Das wäre ein andere Ansatz: anstatt mit dem Urheberrecht zu Versuchen das Nutzungsverhalten der Leute zu ändern (was NIE klappen wird!) würde man sich hiermit diesem anpassen.

    Der Satz „Sie sind leider die Quittung für jahrelangen hemmungslosen Diebstahl und so werden wir damit leben müssen.“ stößt mir besonders vor den Kopf.
    1) Das ist keine Quittung für irgendwas, das ist gezielte Lobby-Arbeit und Inkompetenz und Habgier seitens Politiker, die sich von den Lobby-Verbänden den Urlaub bezahlen lassen. Axel Voss, der Initiator und die treibende Kraft hinter der neuen Richtlinie hat mehrfach bewiesen das er seinen eigene Richtlinie nicht versteht. Muss er ja auch nicht, die ist ja nicht von ihm, sondern wurde ihm nur aufdiktiert.

    2) Von Diebstahl zu sprechen ist falsch, falsch und nochmals falsch. Ich kann es nicht mehr hören. Diebstahl ist „das Wegnehmen einer fremden beweglichen Sache, in der Absicht, sie sich selbst oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen“ (Zitat aus Wikipedia). Es geht sich hier um Urheberrechtsverletzungen, welche KEIN Diebstahl sind!

    3) Und leben muss man damit schon gar nicht:
    – Alle in Europa können dagegen vorgehen und demonstrieren und seinen EU-Abgeordneten nerven und bei den nächsten Wahlen den Unmut ausdrücken.
    – Wenn die Richtlinie angenommen wird und die Filter kommen, werden clevere IT-affine Leute wie ich mit den Schultern zucken und VPN/Proxy-Dienste aufbauen/nutzen und einfach die Facebook-Youtube-Versionen ohne Filter in Nicht-EU-Ländern nutzen. Ja das geht, allen voran in Island.
    – Die Chinesen und Russen und sonst alle in Nicht-EU-Ländern wird das alles wenig kümmern da hier keine Filter in ihren Versionen von Facebook und Youtube und Co. existieren.

    Tu mir einen gefallen und beschäftige dich bitte nochmal mit dem Thema und denke dann nochmal darüber nach. Wie gesagt, ich kann deinen Frust verstehen, aber das hilft nicht.

    • Panzerknacker
      24. März 2019 at 13:26

      Peter
      Das bedeutet ja dann folgerichtig, wenn ich morgen dein Konto leerraüme würde, hätte ich dich nicht beklaut weil ich ja nur virtuelle Zahlen von deiner Bankverbindung zu einer anderen Bankverbindung verschoben habe, die Bytes die deinen Kontostand ergeben sind ja nicht „beweglich“.
      Auch geistiges Eigentum gilt geschützt zu werden.

      • PeterP
        25. März 2019 at 2:13

        Wenn man mir das Konto leerräumt, dann nennt man es nicht Diebstahl. Laut BGB spricht man von einem „nicht autorisierten Zahlungsvorgang“.
        Beispiel:
        Man kann mir meine EC-Karte stehlen (dies ist Diebstahl!), und wenn ich so blöd war und die PIN da drauf stehen hatte und man damit Geld abhebt, dann ist es ein nicht autorisierten Zahlungsvorgang.

        Wenn man mir weiß macht, der Link in der E-Mail die ich erhalten habe führt zu meinem Online-Banking und ich gebe aber auf einer gefälschten Seite meine Zugangsdaten + TAN ein und daraufhin wird mein Konto leer geräumt (Phishing), dann spricht man hier von Betrug.

        Deine Rechtsauffassung ist gefährlich. Hier etwas Lektüre:

        https://dejure.org/gesetze/BGB/675u.html
        https://dejure.org/gesetze/BGB/675v.html

        • Chaoskarl
          25. März 2019 at 7:53

          Da habe ich wohl eine mittelalterliche Auffassung von Diebstahl. Ich werde geistig umschalten auf „Eigentumsdelikt“ und bitte alle unbefugten Copyrightentferner virtuell um Entschuldigung für die Diskriminierung als Diebe.

    • Chaoskarl
      24. März 2019 at 17:29

      Ich denke sehr drüber nach. Artikel 13, jetzt 17 ist schlecht. Er ist nicht einmal konsequent, wenn er ebay als Wimmelplatz von Copyrightverletzungen ausnimmt. Und egal, welche Regulation vorgenommen wird, die „Großen“ werden leichter Techniken und Anwälte finden, um jedes beliebige Gesetz einzuhalten oder zu umgehen als die Kleinen. Das nennt man Globalisierung. Solange, wie nur die Möglichkeiten globalisiert werden, während das Recht lokal (hier europäisch) ist, gibt es Probleme.
      Wie gesagt, ich wünsche mir eine bessere Durchsetzbarkeit und Durchsetzung von Urheberrechten, nicht den Artikel 13/17.
      Zum Punkt 2: Es gibt einen Diebstahl geistigen Eigentums und die Raubkopie ist eine Form davon. Gleiche Quelle Wikipedia: Plagiat oder Diebstahl geistigen Eigentums. Die Annahme, eine Urheberrechtsverletzung sei kein Diebstahl, führt zu genau dem Rechtsverständnis, mit dem meine Kinder sich beschweren, weil die illegal gestreamten Filme eine schlechtere Qualität haben. Urheberrechtsverletzungen sind ein Diebstahlsdelikt – für große wie für kleine Anbieter.
      Ich hab meine Meinung mit allen Fragen und Unwägbarkeiten vor allem bei den Anwälten Wilde, Beuger und Solmecke gebildet. Ich finde es eine gute Übersicht zur Faktenlage.

      Nebenbei hab ich ein kleines Update bekommen: Flickr als Spielwiese von Bildermassenklau.

  3. Martin
    24. März 2019 at 10:04

    Die Sache mit dem Urheberrecht ist viel komplizierter, als die Bürokraten sich das denken. Da sich digitale Daten nun mal mit einem Mausklick kopieren lassen im Gegensatz zu realen Gegenständen, wird es digitale Raubkopien immer geben, zu allen Zeiten. Je mehr Gesetzte und Reglungen man schafft, um das zu verhindern, was technisch nicht 100% zu verhindern geht, ohne das man das Internet ganz abschaltet, um so mehr fördert man nur die Abmahnindustrie der Anwälte und schafft mehr Bedarf an Richtern, die diese Arbeit dann bewältigen können. Das ist der falsche Ansatz und das haben die Raubkopierer immer wieder bewiesen. Es trifft nur die kleinen Fische, aber die großen Fische finden einen Weg, sich dran vorbeizumogeln. Besser wäre es, wenn die Gesellschaft als Ganzes sich dem Problem annehmen würde, und Sinnvolles von Unsinnigem trennen würde. Urheberrechtsverstöße müssten von jedem unbürokratisch gemeldet werden können und die Verantwortlichen müssten das dann löschen. Vorgeschaltete Uploadfilter können das nicht leisten. Deshalb geht nur ein nachträgliches Melden und Löschen. Die Gesetzte müssten so sein, das die großen Anbieter verdonnert werden, dass innerhalb von 24h zu löschen nach Meldung und die kleinen Anbieter und Privatleute nach einer etwas längeren Zeit. Im Gegenzug müsste die Gesellschaft sich darin im klaren sein, das es nun mal Urheberrechtsverletzungen weiterhin gibt und da nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießt und die Sache etwas „entspannter“ angeht und kurzzeitige Urheberrechtsverletzungen durchgehen lässt. In der digitalen Zeit müssen wir uns von der Wunschvorstellung eines perfekten Urheberrechtsschutzes endlich mal verabschieden und die Kirche im Dorf lassen. Ansonsten steht Aufwand und Nutzen in keinem sinnvollen Verhältnis mehr. Solange aber die Industrie als Zielvorgabe hat, einen möglichst 100-prozentigen Urheberschutz eines Tages zu erreichen, fahren wir in die falsche Richtung. In anderen Ländern gibt es beispielsweise eine „Fair Use“ Klausel im Urheberrecht, die von Vernunft und nicht von Kommerz bestimmt ist. Sowas wird unserem Urheberrecht leider noch lange fehlen …

    • Chaoskarl
      5. April 2019 at 15:06

      Das klingt vernünftig. Dankeschön. „Fair use“ ist eine gute Forderung.

  4. PeterP
    25. März 2019 at 2:00

    Ich schaffe eine Skulptur.
    Fall 1) Jemand kommt mit einem LKW angefahren und nimmt mir die Skulptur gegen meinen Willen physisch weg.
    Ich habe die Skulptur nicht mehr.
    Dies ist Diebstahl.
    Fall 2) Ein anderer Künstler schafft mit seinen eigenen Händen exakt die selbe Skulptur wie meine.
    Ich habe meine Skulptur noch und der andere Künstler hat eine Kopie dieser, gegen meinen Willen.
    Dies ist ein Plagiat und eine Urheberrechtsverletzung.

    Fall 3) Ich mache ein Foto von der Skulptur und schaffe damit eine digitale Kopie. Ich lade diese ins Internet hoch und stelle Sie kostenlos zur Verfügung.
    3.1) Jemand macht von der Kopie eine weitere Kopie und lädt diese anderswo hoch und nennt aber den Namen des Urhebers der Kopie (Foto) und der Schöpfers der Skulptur.
    Dieser begeht eine Urheberrechts-Verletzung, er vervielfältigt die Kopie gegen meinen Willen.
    3.2) Jemand macht von der Kopie eine weitere Kopie und lädt diese auf seine Seite hoch und gibt sich als deren Schöpfer aus. Er begeht eine Urheberrechts-Verletzung und die Kopie stellt ein Plagiat dar.

    Nur Fall 1 stellt einen Diebstahl dar. Alles andere als Diebstahl oder Raub zu bezeichnen zeugt von einer Rechtsauffassung die falsch und gefährlich ist.

    Um es klarzustellen, das Urheberrecht als Idee an sich ist richtig und wichtig und auch die gerechte Entlohnung von Künstlern aller Art ist zwingend nötig. Aber aktuelle Anwendung und Umsetzung ist weder zeitgemäß noch zielführend. Er dient primär dazu den Leuten mehr Geld in die Tasche zu spülen die eh schon fast an dem Geld ersticken. Alles was passiert ist eine natürliche Reaktion darauf, das Politik und Wirtschaft es verschlafen haben das Urheberrecht an das Internet-Zeitalter anzupassen. Wenn man sich auf altbewährte Mechanismen verlässt und lange nichts tut, nur um zu merken das es so nicht läuft wenn es schon zu spät ist, der ist selbst schuld.

    Als Hintergrund: Ich bin selber Musiker und habe schon so einige Tänzchen mit der GEMA mitgemacht. Wenn man nicht zu den „Großen“ gehört, dann sind die Ausschüttungen aus dem GEMA-Pool eine Beleidigung. Ebenfalls alles schon erlebt: Ein Label mahnte ohne meine Einwilligung einen Youtuber ab, der eine Review erstellte und die Songs anspielte, eventuell etwas zu lang als üblich aber meiner Meinung nach ok. Trotz Protest meinerseits ging das Label weiter gegen den Youtuber vor, was für massig negative Reaktionen mir gegenüber sorgte. Und das nur, weil man auf sein Recht bestand (meine Rechte zu Vertreten) und es vorallem auch anwenden konnte.
    Mittlerweile veröffentliche ich meine Musik kostenlos und gebe manchmal für vereinzelte Songs sogar die Rohdateien raus, um Remixe zu ermöglichen. Ich lass mir auch immer ein paar Schallplatten in kleiner Auflage pressen und stelle auf Bandcamp die Musik unter einem variablen Preis (0-x€) ein.
    1) Habe ich sehr gutes Feedback und eine gute Reichweite durch die kostenlose Verbreitung der Musik.
    Leute werden aufmerksam und mögen meine Musik.
    2) Mehr als genug lassen mir ein Danke da und kaufen eine LP oder holen sich eine Digitale Kopie und zahlen etwas freiwillig.
    Eine Luxusyacht kann ich mir davon nicht kaufen, aber das sollte nie das Ziel sein, denn das ist unverhältnismäßig. Niemand sollte dadurch mehr Geld verdienen als relevantere Jobs wie Altenpfleger, Krankenpfleger, Erzieher etc., aber davon leben zu können ist ja ok. In der Welt läuft so einiges schief, aber das würde die Kommentarspalte sprengen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.